Ossa mit Sonnenbrille: Sieht cool aus, aber….

… ist aber kein modisches Accessories, wie für viele von uns Zweibeinern.

Ossa hat leider im Alter von 3 Jahren eine Autoimmunkrankheit entwickelt: Schäferhundkeratitis. Behandelt man diese Erkrankung der Augen, kann man die unweigerliche Erblindung hinauszögern. Unterstützend zur medikamentösen Verabreichung, wurde uns angeraten, es mit einer Sonnenbrille zu versuchen, sog. Doggles. Sonnenlicht ist Gift für Hunde mit dieser Erkrankung. So haben wir nun in geduldiger Arbeit versucht Ossa daran zu gewöhnen und wie ihr seht, macht sie es einfach prima. Ist halt auch ein Therapiebegleithund!

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Silvia mit Ossa

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Agnes und Siri berichten über Neues aus den Betreuungsgruppen Lichtblicke Geretsried e.V.

DSC_0289Endlich ist es soweit! Nach knapp einem Jahr in der Warteschleife zur Integration der Hundetherapie in unsere soziale Arbeit, ist es uns auf Grund einer großzügigen Spende des Lions Club München – Isartal nun möglich, in allen vier Lichtblicke – Bereuungsgruppen für an Demenz erkrankte Menschen, tiergestützte Betreuung anzubieten. Zu unserer großen Freude konnten wir Frau Ulla Seggermann, Therapiebegleithundeführerin aus unseren Reihen, mit ihrer Border Collie – Hündin Sissi für unser Vorhaben gewinnen. Mit jeder Menge Spannung, Erwartung und Vorfreude, aber auch kritischen Stimmen aus den Reihen des Betreuungsteams konfrontiert, versuchen wir nun auf unterschiedlichste Weise die enorm große Palette der Betreuungsmöglichkeiten mit den ebenso vielfältigen Möglichkeiten der
tiergestützten Arbeit zu verbinden. Bekanntlich üben Tiere auf Menschen eine positive Kraft aus und können in kürzester Zeit Situationen schaffen, die Menschen, bzw. Fachkräfte oder Therapeuten oft monatelang oder gar nicht erlangen. Durch gezielte Therapietiereinsätze versuchen wir positive Auswirkungen auf das Verhalten und Erleben, in unserem speziellen Fall, besonders unserer dementen Besucher, zu erreichen. Inzwischen erkennt die Wissenschaft die Wirksamkeit der tiergestützten Therapie als gegeben an. Vor einem Jahr schon durften wir zwei Studentinnen der Stiftungshochschule München, Abt. Benediktbeuern eine Plattform für eine exemplarische Studie zur Wirksamkeit tiergestützter Therapie bei Demenzkranken bieten. Untersuchte Effekte der tiergestützten Arbeit waren:

  • Muskelentspannung durch Körperkontakt und entspannte Interaktion
  • Reduktion von Stress und Anspannung
  • Verbesserung der Kommunikation
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Befriedigung des Bedürfnisses nach Zuwendung und Zärtlichkeit
  • Verbesserung der Erinnerung
  • Verbesserung der Kontaktaufnahme zu den Mitmenschen
  • Verbesserung des Gefühls der Akzeptanz
  • Veränderung des Schmerzempfindens

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Die durchwegs positiven Ergebnisse bei der Auswertung der Studie bestärkten uns in dem Bestreben, auch für unsere Gruppenzusammenkünfte die heilsame Kraft der tiergestützten Arbeit zu nutzen. Es liegen bestimmt noch viele spannende Einsätze vor uns, in denen sich die Gruppendynamik des Öfteren neu erfinden und sich immer wieder das ein oder andere neue, uns noch unbekannte Gesicht eines Besuchers, offenbaren wird. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die sich immer wieder mit ihrer ganzen Motivation einbringen und somit den Erfolg unseres Projektes vorantreiben!

Agnes mit Siri

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Ulla mit Sissi

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Moki und sein Freund – eine dicke Freundschaft

Moki und sein neuer Freund Tom kennen sich nun seit 5 Monaten. Zu Beginn stand das gegenseitige kennenlernen sowie das besprechen der Regeln im Umgang mit dem Hund.

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Beide freuen sich jedes Mal auf die Stunde und Tom gefällt vor allem die direkte Beschäftigung mit dem Hund. Dabei hat er schnell gelernt, wie wichtig genaue und selbstbewusste Kommandos sind und übt mit Moki nicht nur die alltäglichen Kommandos wie Sitz, Platz und Pfote, sondern studiert auch gerne neue Kunststücke ein wie ‚Rolle’, ‚Such‘ oder ‚Stubs’.

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Um das Selbstvertrauen zu stärken und die Eigeninitiative zu fördern, darf sich der Junge eigenständig Spiele mit dem Hund überlegen und diese dann auch umzusetzen. Wir haben inzwischen viele Parcours aufgebaut, sind über Hindernisse gesprungen und haben alles Mögliche wie Papierrollen, Plastikbecher oder Holzspielsachen als Leckerlie-Verstecke umfunktioniert.

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All das macht nicht nur Kind und Hund riesig Spaß, sondern stärkt ganz nebenbei die Motorik und die Kreativität. Am Ende jeder Stunde schaut man in zwei strahlende glückliche und auch leicht erschöpfte Gesichter und an diesem Anblick kann man sich einfach nie satt sehen ♥

Simone mit Moki

Ich weiß, was du mir sagen willst – Buchvorstellung

Heute möchte ich Euch ein tolles Buch vorstellen. Ein Buch, das verspricht, die Signale des Hundes besser zu verstehen, ist das nicht wunderbar? Es ist das Buch ‚Ich weiß, was du mir sagen willst‘ von Stephanie Lang von Langen.

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Schon lange bevor das Buch herauskam war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen muss, schließlich war Stephanie ja unsere Therapiehunde-Ausbilderin und ich mochte schon während unserer Ausbildungszeit ihre witzige und zugleich ruhige und unaufgeregte Art im Umgang mit uns und den Hunden.

So hat es mich nicht verwundert, dass dieses Buch alles andere als ein nüchterner Ratgeber ist.  Die Autorin  schreibt witzig, direkt und persönlich. Sie erzählt aus ihrem ungewöhnlichen Leben, wie sie ihre Berufung fand und man nimmt ihr einfach ab, was sie schreibt.

Um das Verhalten der Hunde besser zu  verstehen, gibt sie auch kleine, aber wichtige Einblicke in die Hundepsychologie und beschreibt, was z.B. mit den Hunden in der Pubertät geschieht. Jeder, der seinen Hund als Welpen bekam, weiß, wovon ich spreche 🙂 . Mit ihren vielen bildhaften – zum Teil lustigen – Erfahrungsberichten als Hundetrainerin bringt sie uns zudem leicht verständlich die Sprache der Hunde näher. Und ich bin sicher, jeder Hundebesitzer erkennt sich bei der ein oder anderen Situation wieder. Und sie berichtet von ihrer Arbeit in der Rettungshundestafel und  von der Therapiehundearbeit, was mich natürlich besonders berührt und gefreut hat.

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Ich könnte hier unzählige Sätze aus dem Buch auflisten, hier ein paar, die mir besonders gut gefallen:

  • Mit einem Hund an meiner Seite höre ich mehr, ich sehe mehr, ich rieche mehr. Mit einem Hund als Begleiter gehe ich aufmerksamer durchs Leben.
  • Ein Hund unternimmt nichts, um eine Menschen zu ärgern. Der Hund denkt nicht: Jetzt hast du mich allein gelassen, also nage ich  mal das Bein dieses antiken Sekretärs an, den du von deiner Lieblingstante geerbt hast. Der Hund tut, was er tut, weil er ein Hund ist.
  • Die Pupertät ist die erste Bewährungsprobe und der Grundstein für eine wunderbare Freundschaft. Halten Sie Ihrem Hund die Treue – wie er sie Ihnen ein Leben lang halten wird

Und für die folgenden Sätze bin ich heute noch dankbar, denn Sie haben auch das Leben mit unserem Labrador Moki nachhaltig positiv beeinflusst:

  • Nichtbeachtung führt zu Achtung. Ja, es ist schwierig, vor allem wenn man sie doch so sehr lieb hat und sie soo süß sind. Aber es hilft, glaubt mir.
  • Der Hund muss jederzeit ‚aus‘ machen und das was er im Maul hat hergeben. Eine der wichtigsten Kommandos und ich  bin sehr froh, dass unser Hund das super macht, vor allem , wenn man sieht, wie manche Hundehalter ihrem Hund eine halbe Stunde hinterher rennen, um den fremden Ball wieder aus dem Hund  zu bekommen.
  • Der Hund muss früh lernen, Frust zu ertragen und darauf konstruktiv zu reagieren, um in Zukunft nicht in Stress oder gar Aggression zu verfallen. Ja, das stimmt und dem ist nichts hinzuzufügen

Mein Fazit: Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen, oft geschmunzelt und – obwohl ich natürlich denke, meinen Hund schon gut zu verstehen – viel über mich, über das Team Simone-Moki und mein Verhalten gelernt. Das Buch ist vor allem für all die Hundebesitzer, die sich gerne mit ihrem Hund beschäftigen, die ihren Hund besser verstehen möchten und interessiert sind, was uns unsere wunderbaren treuen Begleiter sagen möchten.

Denn ♥‘der Lohn ist reich, wenn der Hund dem Menschen sein Herz öffnet‘ ♥ .

Naa, habe ich Euch neugierig machen können? Wer mehr lesen möchte, der kann hier das Buch bestellen: *klick*.

Simone mit Moki

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Tolle Fortschritte der Kinder in Kindereinrichtung

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Schon seit 5 Monaten ist die ungarische Mischlingshündin Frieda voller Freude in der Kinder-und Jugendeinrichtung im Einsatz.

Durch ihre unbeschwerte und lustige Art schenkt sie unserer kleinen Freundin aus der Kindergartengruppe viel Zeit in der sie einfach glücklich sein kann. Das Kind lacht, kichert, erzählt Frieda Geschichten aus ihrem Alltag und auch kleine Geheimnisse. Besonders genießen sie es beide, wenn sie auf der Decke liegen und kuscheln. Dabei wird Frieda überall angefasst, bestaunt, wie weich sie ist, in die Ohren und das Maul geguckt und der Kopf an Friedas Bauch vergraben.

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Und so ganz nebenbei werden große Fortschritte erzielt. Das kleine dünne Mädchen schafft es mit ihrer natürlichen Art, die ängstliche Hündin durch einen Stofftunnel zu locken und letztendlich darin mit ihr zu spielen. Das gibt nicht nur dem Hund sondern auch dem Kind Selbstbewusstsein und lässt es etwas größer werden.

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Ein „Frieda koohoommmm“ wird von der Hündin ignoriert, jedoch ein aufforderndes „Frieda komm!“ funktioniert sofort. Das Kind lernt schnell, wie Haltung und Ton beim Abrufen des Hundes sein müssen, damit es klappt. Und es ist der Beweis: „wenn ich mich richtig artikuliere, kann mein Gegenüber mich verstehen.“ So werden schnell und einfach Sprachbarrieren überwunden…

Es ist wunderschön die Fortschritte zu beobachten, wie das gewachsene Selbstbewusstsein, die verbesserte Sprache und die nahezu abgelegte Scheu. Niemals wäre das ohne Frieda so schnell gegangen, danke Frieda!

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Ein cooler Bub und die große Angst vorm Hund

Der Junge wurde im Sommer von einem Labrador auf dem Kinderspielplatz angegriffen. Der Hund stand auf ihm und hat seine Jacke zerfetzt. Zum Glück ist ihm äußerlich nichts passiert, aber innerlich…

Die Mutter von ihm hat sich an mich gewendet, damit ich ihrem Sohn helfe. Seit diesem Vorfall kriegt der eigentlich tierliebe Kerl Panikanfälle, wenn ihnen auf der Straße ein Hund begegnet und flüchtet kopflos.

Die erste Stunde mit meiner Dalmatinerhündin Emma war für den Jungen sehr anstrengend. Seine Mama war dabei und obwohl er einer dieser coolen 6 Jährigen ist, saß er ängstlich bei ihr auf dem Schoß.

Er erzählte von dem Hundeunfall, auch kurz von seiner Angst und bestand darauf, dass Emmas Leine immer feste in meiner Hand war. Den Abstand von 4 Metern konnten wir am Ende der Stunde auf einen Meter verringern, mehr ging nicht.

Emma hat mit ihrer ruhigen Art und mit ihrem tollen Gehorsam dem Jungen gezeigt, dass er sie jederzeit stoppen kann. Ein deutliches „Sitz“ oder „ Platz“ wird sofort ausgeführt, wodurch der Junge Sicherheit kriegt.

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Für mich war es nicht vorstellbar, aber wir hatten gestern unsere VIERTE Stunde und was soll ich sagen…? Der Junge und Emma gehen inzwischen OHNE Leine den Slalom, kriechen gemeinsam in den Stofftunnel und verabschieden sich mit freundlichem Streicheln.

IMG_3689Schnelle Bewegungen von Emma machen ihm noch Angst, aber das kriegen wir auch noch hin. Denn das Endziel ist ja schließlich der Wunsch von unserem Jungen, mit Emma Fußball zu spielen…

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Elisabeth und Emma

Zweitägiger Großeinsatz unserer Therapiebegleithunde-Teams im Mädchengymnasium Hohenburg, Lenggries (Teil 2)

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Kürzlich habe ich Euch von unseren Projekttagen in Hohenburg berichtet, heute gibt es den Bericht über unseren zweiter Projekttag.

Den zweiten Projekttag haben begleitet:

Lisbeth mit Emma und Frieda,

DSC_0601 Silvia mit Ossa

DSC_0652und natürlich ich mit Siri.

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Wir begannen ganz gechillt auf dem Sportplatz des Schulgeländes bei einem kleinen Frühstücks-Picknik, verbunden mit einem Brainstorming über den vergangenen Tag. Siri veranschaulichte uns zum wiederholten Male die Hundekörpersprache, die unsere Hundeflüsterinnen der Zukunft treffsicher zu deuten wussten, außerdem durften alle Kommandos des Vortages noch einmal geübt werden. Wir lernten den sanften Touch, eine einfache Entspannungsmassagetechnik für Hunde, kennen.

DSC_0631Siri zeigte uns recht schnell, dass sie eigentlich nicht zum Entspannen nach Hohenburg gekommen war, so folgte dem sanften Touch unverzüglich eine Spielaufforderung in Richtung der ebenfalls spiellaunigen Schülerinnen. Bei Siri’s Lieblings-Hobby „Spielen“, wurden richtiges Spielen in Verbindung mit verschiedenen Spielmöglichkeiten aufgezeigt und natürlich praktisch ausprobiert. Der schon am Vortag angekündigte Parcours wurde in Gemeinschaftsleistung entworfen und aufgebaut.

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Jetzt stießen zwei weitere Mensch-Hund-Traum-Teams zu uns, nämlich Silvia mit Ossa und Lisbeth mit Emma und Frieda. So bekamen unsere wissbegierigen und hochmotivierten Hundeführerinnen auch noch Einblicke in die Welt der Erziehungsspiele, Agility, Spiele für die ganze Familie, Spielideen für verschiedene Hunderassen und Tricks.

DSC_0512Die abschließenden Parcours-Übungen sollten den ehrgeizigen Mädchen zeigen, dass sie auch schon nach nur zwei Tagen in der Lage waren, als gut funktionierendes Mensch-Hund-Team zusammenzuarbeiten.

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DSC_0543Um den erschöpften Hunden eine kleine Auszeit zu ermöglichen, gab’s dann anschließend eine entspannende Schlenderrunde um den Schlossweiher.

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Zu guter Letzt und als Abschluss der beiden Projekttage stellten unsere Schüler-Hunde-Teams beim „Füll-den-Eimer-Spiel“ ihren Teamgeist, ihre Schnelligkeit und Präzisionsfähigkeit unter Beweis.DSC_0598

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Für mich war es pure Freude, bei so großer und anhaltender Begeisterung, sowohl von Seiten der Schülerinnen, als auch der Hunde, zwei so informationserfüllte und erfahrungsreiche Tage organisieren und begleiten zu dürfen. Größter Dank gebührt meinen engagierten Kollegen mit ihren ebenso engagierten felligen Gefährten, aber auch den einfühlsamen und intelligenten Projektteilnehmerinnen des Hohenburger Gymnasiums.

Agnes

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